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Ist Mitteldeutschland die Wiege der Ballonfahrt?

Hat Otto von Guericke die Ballonfahrt erfunden?

Nein, er hat sie nicht erfunden, aber die theoretische Grundlage dafür gefunden. Sein Beitrag war der Gedanke dass das Archimedische Prinzip des statischen Auftriebs auch in der Luft funktionieren müsste.

Die Grafik zeigt links den Kopf von Otto von Guericke, dann das Luftschiff von Francesco Lana de Terzi, dann die geöffneten Magdeburger Halbkugeln und ganz rechts einen Gasballon.

Das Video kann hier angesehen werden: www.youtube.com/@BallonfahrenBitterfeld

Aber wie weist man den Auftrieb in der Luft nach? Heute ist der Beweis in Form von Ballonen vielerorts am Himmel sichtbar. Aber der Ballon wurde erst 97 Jahre nach dem Tod Otto von Guerickes 1783 von den Gebrüdern Montgolfier erfunden.

Otto von Guericke machte sich den unterschiedlichen Auftrieb zunutze, den Körper verschiedener Größe erfahren. Und dass der Auftrieb im Vakuum Null ist.

Um den Nachweis zu führen, konstruierte er das Dasymeter, auch Luftwaage genannt. Dazu hing er zwei Körper unterschiedlichen Gewichts an eine Balkenwaage. Solange die Gewichte von Luft umgeben sind, sind sie im Gleichgewicht, da das größere schwerere Gewicht genau das mehr an Auftrieb erfährt, um es mit dem leichteren Gewicht im Gleichgewicht zu halten.

Reduziert man jetzt die Dichte der Umgebungsluft, dadurch dass man ihren Druck durch abpumpen reduziert, senkt sich die Waage immer mehr auf der Seite des größeren Gewichts. Zwar reduziert sich der Auftrieb beider Gewichte, jedoch wirkt sich der Auftriebsverlust beim größeren Gewicht mehr aus. Bis schließlich im Vakuum keinerlei Auftrieb mehr vorhanden ist.

Auftrieb in Luft - Wiegen im Vakuum: www.youtube.com/@WebPhysik

Otto von Guericke hat zwar nicht die Luftschifffahrt erfunden, aber er inspirierte Francesco Lana de Terzi zum Entwurf eines Luftschiffes, dass seinen Auftrieb mit Hilfe von Vakuumkugeln erhält. Leider lässt sich ein solches Luftschiff bis heute mit den bekannten Materialien nicht bauen, die Vakuumkugeln wären immer schwerer als sie Auftrieb erhalten könnten.

Zwar sprechen wir Ballonfahrer vom Traggas, oder von der heißen Luft die den Ballon trägt. Aber tatsächlich ist es weder das Traggas, noch die heiße Luft die den Ballon trägt, sondern die Umgebungsluft. Genau genommen dient das Traggas oder die heiße Luft nur dazu, der Ballonhülle ihre Form zu geben, damit sie die Umgebungsluft verdrängen kann, und damit Auftrieb erzeugt. Die meisten Ballone verwenden heute heiße Luft, nur ganz wenige werden mit Wasserstoff gefüllt. In Mitteldeutschland ist der Bitterfelder Verein für Luftfahrt die Heimat des Gasballons. Er betreibt den einzigen Gasballonstartplatz in Mitteldeutschland. Vom etwa dreißig Kilometer nördlich von Leipzig gelegenen Ballonstartplatz starten Gasballon regelmäßig. Und beweisen jedes Mal, dass das Archimedische Prinzip des statischen Auftriebs sich auch auf die Luft übertragen lässt, als Aerostatik.

mitteldeutschland/guericke.txt · Zuletzt geändert: von Volker Löschhorn

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