Ballonjugendlager 2012

Bitterfelder Jugendlager 2012

In Bitterfeld hieß es vom 19. bis zum 24. August nach dem erfolgreichen Jugendlager-Debut letztes Jahr zum zweiten Mal Glück ab! Gut land! Diesmal unter dem Titel eines Vereinsjugendlagers des Bitterfelder Vereins für Luftfahrt e.V. trafen sich am Sonntag  insgesamt 14 Teilnehmer auf dem Vereinsgelände, um gemeinsam eine ballonreiche und spaßige Woche zu verbringen. Direkt am ersten Abend ging es mit den zwei Ballonen, die uns zur Verfügung standen, in die Lüfte. So konnte schon ganz am Anfang die Pflichtkür abgeschlossen werden, indem unter den alteingesessenen Hasen die einzige Teilnehmerin, die noch nie im Korb gestanden hat, nun auch „die eleganteste Art der Fortbewegung“, wie sie selbst sagt, kennengelernt hat.
Bis Mittwoch hat uns das Wetter dann allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir konnten zumeist wegen zu viel Wind oder kleiner Regenzellen nicht starten. Das hielt uns aber nicht davon ab, uns mehr oder weniger sinnvoll aber wenigstens mit Freude die Zeit zu vertreiben.  So haben wir am Dienstag Ferropolis, die Stadt aus Eisen besucht. Die riesigen Maschinen aus Stahl haben die meisten von uns doch recht beeindruckt und Manche zu fotografischen Meisterleistungen inspiriert. Für etwas Aufheiterung in der brühenden Hitze haben für die kleinen Jungs die Spielzeugbagger gesorgt, für die etwas größeren sorgte dafür der Blick auf die Arbeit eines Aktfotografen zwischen den stählernen Riesen.
Fast jeden Tag sind wir gemeinsam an den Strand der wunderbar erfrischenden Goitzsche gefahren und haben uns dort die Sonne auf den Bauch scheinen lassen oder  die Herausforderung im Wasser-Rugby  gesucht. Einige haben das mit der Herausforderung etwas anders verstanden und die Zeit damit verbracht, ihre Brille auf dem Grund des Sees wiederzufinden. Für Diejenigen, denen die Abkühlung durch den See nicht gereicht hat, gab es auf dem Startgelände, das wir freundlicher Weise zum Schlafen, Kochen und Essen benutzen durften, die eiskalte Schlauchdusche, die gezeigt hat, wer die wirklichen Männer unter den Teilnehmern waren.
Am Mittwoch besuchten wir das Junkersmuseum in Dessau. Hier gab es eine echte Ju-52 sowohl von außen als auch von innen zu bestaunen. Außerdem bekamen wir von unseren beiden Spezialisten, die in der Luft- und Raumfahrt tätig sind, erklärt, wie Sternmotoren, Turbinen funktionieren und was der Unterschied zwischen Aerostatik und Aerodynamik ist. Beruhigend an der Sache war, dass diese beiden Spezialisten auch unsere Piloten waren.

Nach einer Abkühlung durch die Goitzsche und einer großen Portion Eis für Jeden, schlüpften abends wieder alle in ihre Ballonklamotten. Mit der Zweiten Fahrt konnten wir von uns behaupten, alle Jungballöner  mindestens einmal in den Himmel geschickt zu haben. Außerdem haben wir auf dieser Fahrt einen Talisman für den Vereinsballon gefunden: Ein Kuscheltier lag auf einem riesengroßen, abgeernteten Feld direkt einen Meter neben dem gelandeten Ballon. Das war ein Zeichen und seitdem ist Mr. Krabs ständiger Begleiter im Ballon. Nach einer spannenden aber anstrengenden Such- und Bergungsaktion und einem wie immer keine Wünsche offenlassenden Abendbrot fielen wir alle sofort ins Bett. Viel Zeit um uns auszuruhen blieb uns allerdings nicht, denn am nächsten Morgen hieß es 3 Uhr: Aufstehen! Etwas geschlaucht und nicht unbedingt vor Enthusiasmus sprühend, stiegen wir aus den Zelten. Doch das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Eine Gasballonfahrt stand an.  Wenn auch für die Meisten nichts Neues, waren alle begeistert von den unwirklichen Geräuschen beim Befüllen der Hülle und dem majestätischen Anblick der dann prall gefüllten Kugel. Lautlos und vom DFS-Zentrum München kontrolliert schwebten wir gen Osten dahin und landeten in der Nähe vom sächsischen Elsterwerda. Nachdem sich alle den Tag über ausgeruht oder im Diabolo und Frisbee spielen geübt haben, starteten wir am Donnerstagabend ein letztes Mal. Diesmal auf Grund der Windverhältnisse vom Flugplatz Roitzschjora aus. Als wir am nächsten Morgen aus dem Zelt sahen, rieselte uns ein leichter Regen entgegen, der im Laufe des Tages immer kräftiger wurde.

Doch das tat der Sache keinen Abbruch, denn wir waren mit der Woche fertig, die uns ein Bombenwetter beschert hat, und packten nur noch unsere Zelte ein, um uns gegen Mittag schweren Herzens voneinander zu verabschieden.
Auf die Woche zurückblickend kann man sagen, es war ein voller Erfolg. Wir haben uns nicht nur zum Ballonfahren getroffen, sondern ganz nebenbei eine Jugendgruppe im Bitterfelder Verein für Luftfahrt gegründet, die gute Chancen hat sich zu etablieren. Wir wollen uns beim Verein für diese Möglichkeit und für die tatkräftige Unterstützung bedanken. Ein großes Dankeschön geht natürlich an unsere Piloten Yousif  Abdel Gadir, Bernd Görmann und dem Pilotenanwärter Jens Berger. Einen besonderen Dank hat Martin Berger verdient, der auch in diesem Jahr Hauptverantwortlicher und Organisator des Jugendlagers war. Wir waren wiedermal eine tolle Truppe und freuen uns sehr auf das nächste Jahr mit einem tollen Jugendlager.

Johannes Berger