Ballonjugendlager 2011

Liebe AeronautINNEN,

In Friedersdorf am Muldestausee in der Nähe von Bitterfeld durften 19 Jugendliche in der Woche vom 31.07 bis zum 06.08. auf dem Gelände des Wassersport Clubs Friedersdorf e.V. die Faszination des Ballonfahrens erleben.

Die Wetterprognosen waren immerhin nicht aussichtslos und das Wetter schien um einiges besser zu werden, als es die Jugendlager der vergangenen Wochen leider erleben mussten. Trotzdem begann der Start etwas nass und es schafften nicht alle ihre Zelte im Trocknen zu errichten. An die für Sonntagabend geplante Gasballonfahrt war auf Grund der Wettersituation nicht zu denken und so trafen sich alle zum ersten gemeinsamen Briefing im Gemeinschaftsraum. Nach ein paar organisatorischen Worten fanden die obligatorischen Kennenlernspiele statt. Sehr zur Überraschung einiger ließ sich der „Gordische Knoten“ erstmals in der Jugendlagergeschichte nicht auflösen. Ein Zeichen dafür, dass die Woche eine ganz besondere werden sollte.

Auch am Montagmorgen war auf einen Start nicht einmal zu hoffen, so konnten also alle erst einmal ausschlafen. Der Tag füllte sich doch recht  gut mit einer ersten Ballon-Sicherheits-Einweisung, Essen machen, dem durch uns Teilnehmer gefordertem, nennen wir es “Tischgebet”, Essen und Wegräumen und dem Bemalen von lustigen T-Shirts, wobei das Sammeln, bzw. Geben der Unterschriften auf den Shirts um einiges mehr an Zeit in Anspruch nahm, als das Bemalen selbst.

Trotz eines verregneten Starts zeigte sich das Wetter bald von seiner guten Seite, so dass wir bereits am Montag das erste Mal in die Luft stiegen, wie von Yousif , dem Wetterverantwortlichen vorhergesagt. Nach dem Briefing ging es zum nahegelegenen Flugplatz Renneritz, um die Vorbereitungen für den ersten Start zu tätigen. Diesen folgte eine sehr schöne Abendfahrt.

Dem Jugendlager standen in dieser Woche drei Heißluft-Ballone zur Verfügung. So sah man den silbernen Drachen des DFSV, die gelbe Warsteinerkugel des Bitterfelder Vereins für Luftfahrt e.V. und die weiß-bunte Hülle vom Haus der Luftsportjugend mit der Aufschrift des Deutsch-Französischen Jugendwerks diese Woche vier Mal über Bitterfeld schweben.

Zur Überraschung aller Noch-Nicht-Ballöner hieß es dann am nächsten Morgen um 0400 Uhr local „WECKEN“ !!! Nachdem die erste Müdigkeit der ersten Aufregung gewichen ist ( ob durch Unmengen Kaffee oder kaltes Wasser) konnten alle zur zweiten Ballonfahrt vom Startplatz in Bitterfeld aus, aufbrechen.

Direkt im Anschluss ging es ins Porschewerk nach Leipzig, wo die gut gekleidete, vornehme Porschefrau Fr. Kral schon auf uns wartete.Wir konnten staunend zusehen, wie die kräftigen Automobile gefertigt und später auf der Teststrecke an ihre Grenzen getrieben wurden. Aufgefallen ist uns hierbei die außerordentliche Sauberkeit im Werk. Beim Probesitzen gab es auch keinen  der feststellen musste, dass ihm ein solches Auto nicht unter den Hintern passte.

Nach kurzem Ausschlafen, Frischmachen und Mittagessen, ging es dann für alle ins Drachenboot. Hier konnten alle erfahren was es heißt zu “paddeln” und sich einer Autorität, in unserem Fall dem Steuermann, unterzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Steuermann, für die geopferte Zeit und Geduld mit uns “Gurkentruppe”.

Als alles wieder in trockenen Tüchern war, ging es dann auf den extra für das Jugendlager zugelassenen Startplatz direkt hinter dem Jugendlagergelände. Vielen Dank an dieser Stelle für die kostenfreie Genehmigung durch die Landesluftfahrtbehörde Sachsen-Anhalt und Volker Löschhorn für seine Bemühungen, diese zu beantragen.

Für den nächsten Morgen war das Highlight der Woche angesetzt. Die Gasballonfahrt.

Für fast alle Teilnehmer war das eine Premiere und das anfängliche Murren wegen der unzumutbar frühen Stunde ( 0200 Uhr local), zu der wir aufgestanden sind, löste sich spätestens während der geräuschlosen Fahrt in Wohlgefallen auf. Ein, für alle Teilnehmer, unvergessliches Erlebnis!


Nach mehr oder weniger erfolgreicher Kommunikation mit anhaltinischem Bauer, ging es direkt zu dem Programmpunkt, der am besten zu unserem Luftsport passte, dem Besuch im Tower der Deutschen Flugsicherung am Flughafen Leipzig/Halle. Zum Glück empfingen uns die Fluglotsen trotz ihres am nächsten Tag geplanten Streiks und so konnten wir erfahren, wie zum Beispiel Ballone auf dem Radar aussehen und was man beachten muss, wenn man in die Kontrollzone eines Flughafens einfährt oder fliegt.

Da am Abend leider keine Ballonfahrt stattfinden konnte, was zum einen der Wettersituation und zum anderen der durch Müdigkeit ausgefallenen Crew (Piloten inkl.) geschuldet war, hatten wir genug Zeit zum gemütlichen Grillen und dem wohl größten Spaß für die Piloten und alle bereits Geadelten – die Taufe der Erstlingsfahrer. Immer wieder schön zu zuschauen.

Am Donnerstagmorgen war mit einsetzendem Regen ebenfalls unschönes Wetter und es konnte relativ entspannt aufgestanden werden, was dann auch gleich der verantwortliche leitende Pilot nutzte um kräftig zu VERschlafen.

Für heute war der Besuch im Kohlekraftwerk Schkopau angesetzt. Hier spürten wir direkt neben der Turbine stehend, eine ganz andere Dimension von Kraft, nachdem wir einen schon fast antiquaren Film zur Kraftwerksgeschichte sehen durften. Die Hitze, die auf dem Ofen herrschte, beeindruckte uns doch mehr, als, wie der Kraftwerksmitarbeiter vermutete, die Höhe von nicht einmal 150m.

Am Abend sollte sich dann die letzte Möglichkeit für eine Fahrt für diese Woche auftuen. Gestartet in Halle Oppin stellte es für die Piloten einen Spaß dar, mit den Winden zu spielen und kreuz und quer zu fahren, während es für die Verfolger ein letzter Kraftakt zu sein schien, den richtigen Feldweg zu finden.

Am folgenden letzten Tag hatten wir die Möglichkeit das „Logistikwunder“, den DHL Hub Leipzig, zu bestaunen. Hier werden pro Nacht bis zu 250000 Pakete und Briefe aus aller Welt eingeflogen, umsortiert und weitergeflogen. Von Haien, über lebende Organe bis hin zu normalen, sehr eiligen Dokumenten. Wir waren schwer beeindruckt von der großen Halle mit den vielen kleinen Päckchen. Man riet uns allerdings aus finanziellen Gründen davon ab, einen Heißluftballon mit der Luftexpresspost zu verschicken.

Den Abend ließen wir gemütlich am Grill ausklingen, nachdem wir alle gemeinsam noch die Autos und Anhänger gesäubert hatten. Das heftige Gewitter am Abend konnte unsere Laune nicht mehr drücken, hatte uns das Wetter diese Woche den Gefallen getan allen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben mindestens 2 Mal in die Luft zu gehen.
Eine letzte böse Überraschung wartete allerdings noch auf alle. Das war die zweite Taufe diese Woche, die für alle bestimmt war, die zum ersten Mal Gasballon gefahren sind – sprich für alle. Aber die Piloten hatten wieder einmal sichtlich ihren Spaß.
Wir möchten uns beim Bitterfelder Verein für Luftfahrt e.V. recht herzlich bedanken, welcher uns durch seine Mitglieder und das bereitwillig zur Verfügung gestellte Material sehr unterstützt hat. Ein großer Dank geht auch an alle die, die unser Helfer- und Betreuerteam verstärkt haben, sowie an den Wassersport Club Friedersdorf e.V., welcher uns sehr herzlich eine Woche lang beherbergte.

Diese Woche war für alle Teilnehmer ein großer Spaß und ein riesiges, unvergessliches Erlebnis, dass man jederzeit gern wiederholen möchte. Wir haben durch unsere Piloten viel über das Ballonfahren gelernt und tolle Momente in der Luft erlebt. Einige haben das Ballonfahren sosehr genossen, dass sie gleich in der darauffolgenden Woche als Crewverstärkung an der Ballonfiesta in Magdeburg teilnahmen.Wer weiß, vielleicht überlegt sich der ein oder andere gar in einen Luftsportverein einzu- treten.

Wir bedanken uns bei den Organisatoren und Piloten Martin Berger und Yousif Abdel Gadir, die ein großartiges Programm erarbeitet und umgesetzt haben.

Auch bei Peter Weber, dem Jugendsekretär der Luftsportjugend des DAeC e.V., möchten wir uns recht herzlich für die Unterstützung bedanken, da durch seine Mitarbeit und durch sein in Jahrzehnten angesammeltes Know-How solche Projekte organisatorisch und finanziell problemlos zu stemmen sind. Vielen Dank auch an das Haus der Luftsportjugend des DAeC und den DFSV für die Überlassung der Heißluftballone.

Ein großes Dankeschön geht auch an Frank Zwanzig, Mitglied des Bitterfelder Verein für Luftfahrt e.V., welcher dem Jugendlager die gesamte Woche als Pilot von  Heiß- und Gasballonen zur Verfügung stand.

PS – Organisation: Die Organisation und das Team um Martin Berger bedankt sich recht herzlich bei allen Teilnehmern für ihre unglaubliche Mitarbeit. Man hat nicht oft die Chance eine solch dufte Truppe durch ein Jugendlager begleiten zu dürfen. Vielen Dank für eure Mitarbeit. Wir waren es alle zusammen, die wir es zu einer derart gelungenen, nicht so schnell vergessenen Woche gemacht haben. Vielen Dank dafür, bis zum nächsten Mal an Bord.

Text: Eva Kirmes, Johannes Berger, Martin Berger


Für weitere Informationen setzen Sie sich bitte direkt mit der Organisation in Verbindung:

martin.berger((at))o2online.de

Mit freundlicher Unterstützung durch den Bitterfelder Verein für Luftfahrt e.V..