1935

Die Jahre 1919 bis 1939:
Der Text wurde der Broschüre 90 Jahre Bitterfelder Verein für Luftfahrt 1909-1999 entnommen. Autor der Texte zu den Jahren 1919 bis 1939 ist Dr. Jürgen Seifert.

1935

Auch 1935 wurden wieder zahlreiche Ballonwettfahrten ab Bitterfeld ausgetragen:

  • 14. April – Wettfahrt um den Wanderpreis der Leipziger Neuesten Nachrichten. Sieger wurde unter 8 Mitbewerbern Ballonführer Wilhelm Prehm der FOG Chemnitz mit dem Ballon Chemnitz Vll (1260 m³).
  • 19. Mai – Nationaler Freiballon-Wettbewerb für Wasserstoffballone. Es starteten 9 Ballone. Sieger: Dr. Zinner (FOG Bitterfeld) mit dem Ballon Dr. Pistor (1260 m³).
  • 7. Juli – Wettfahrt um den Dr. Jaeger-Pokal. 1934 hatte Dr. Jaeger einen Pokal als Wanderpreis gestiftet, der 1935 erstmalig ausgefahren wurde. Sieger: Willi Drechsler (FOG Bitterfeld) mit den Ballon von Tschammer und Osten (1260 m³). Insgesamt starteten 8 Ballone.
  • 15. September – Wettfahrt um den DLV-Wanderpreis für Wasserstoffgasballone. Nachdem der bisherige Wanderpreis für Wasserstoffgasballone 1933 endgültig an die Ballon- und Fliegerortsgruppe gefallen war, hatte der Reichsluftsportführer Bruno Loertzer einen neuen Wanderpreis für Wasserstoffgasballone gestiftet. Die erste Wettfahrt um diesen Preis gewann Rudolf Petschow (FOG Bitterfeld) mit dem Ballon Bruno Loertzer. Es waren insgesamt 10 Ballone gestartet.

Ein Höhepunkt im Bitterfelder Ballonfahrgeschehen des Jahres war die Freiballonfahrt der Mitglieder der Bitterfelder FOG Eugen Stüber und Werner Schäfer am 25./26. März nach Pazaniche bei Witebsk in Weißrußland mit dem Ballon Leipziger Messe II (600 m³). Nach flotter Fahrt hatten sie 1203 km hinter sich gebracht und in der Kategorie 2 einen neuen internationalen Rekord aufgestellt. Eugen Stüber und Werner Schäfer nahmen auch an der in diesem Jahr stattfindenden Gordon-Bennett-Wettfahrt in Warschau mit dem Ballon Deutschland teil. Sie konnten sich aber nicht auf den vorderen Rängen plazieren.

Anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums des Direktors der IG Farbenindustrie Bitterfeld Dr. Gustav Pistor erhielt ein neuer Ballon der FOG Bitterfeld den Namen Dr. Pistor. Dr. Pistor war Gründungsmitglied des Bitterfelder VfL. Ein weiterer Ballon erhielt den Namen von Tschammer und Osten, nach dem damaligen Reichssportführer. Im November des Jahres wurde Ballon-Oberflugmeister Dr. Max Jaeger in den Räumen des Hotels Döring anlässlich eines Fliegerfestes der Ortsgruppe Bitterfeld der Luftsport-Landesgruppe V des DLV in den Ruhestand verabschiedet (Dr. Jaeger war 1916 bis 1936 Direktor der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, Werk II Bitterfeld). Zu diesem Zeitpunkt besaß die Bitterfelder Ortsgruppe 6 Ballone und 5 Segelflugzeuge. 860 Mitglieder waren in ihr organisiert, von denen 300 aktiv waren. Durch Neugliederung im DLV gehörte die Bitterfelder Ortsgruppe seit diesem Jahr der Landesgruppe V des DLV an.