1927

Die Jahre 1919 bis 1939:
Der Text wurde der Broschüre 90 Jahre Bitterfelder Verein für Luftfahrt 1909-1999 entnommen. Autor der Texte zu den Jahren 1919 bis 1939 ist Dr. Jürgen Seifert.

1927

1927 erfolgten in Bitterfeld insgesamt 96 Freiballonaufstiege. 56 durch den Bitterfelder VfL, die übrigen 40 durch auswärtige Vereine. Außerdem führte der Bitterfelder VfL 7 Außenstarts durch, je einen in Helmstedt, Bad Liebenstein, Rudolstadt, Prag und drei anlässlich eines Flugtages in Magdeburg. Der Wasserstoffverbrauch durch den Verein betrug 51.600 m³. Es wurde eine Fahrstrecke von insgesamt 8900 km zurückgelegt, woraus sich eine durchschnittliche Fahrtlänge von 137 km pro Fahrt ergab. Eine Fahrt dauerte durchschnittlich 5 Stunden.

Erwähnenswert ist die Fahrt des Ballonführers August Stelling mit dem Ballon Preussen (1000 m³) vom 18. November, die von Bitterfeld aus zunächst ca. 93 km in geringer Höhe nach Westen führte, und dann in etwa 2000 m Höhe wieder ostwärts zurückging, so dass die Landung in dem nur 6 km von Bitterfeld entfernten Pouch erfolgen konnte.

Auf der Grundlage des Luftverkehrsgesetzes unterhielt die Luftpolizei auf dem Ballonaufstiegsplatz des Bitterfelder VfL eine Flugwache, die dem Oberpräsidium der Provinz Sachsen unterstand. 1927 stationierte hier die Luftüberwachungsabteilung (wie sie jetzt genannt wurde) die Ballone Preussen und Lüwa (1000 m³) zur Ausbildung von luftpolizeilichem Sonderpersonal und zur Förderung des allgemeinen Luftfahrtgedankens in Bitterfeld. Im Dezember des Jahres wurden der Luftüberwachungsstelle (Lüwa) zwei weitere Räume, einer für Instruktionszwecke und einer zur Unterbringung des Ballonmaterials zugesagt. Am 31. Dezember 1927 gehörten dem Bitterfelder VfL 302 Mitglieder an.