1911

Die Jahre 1904 bis 1915:
Der Text wurde der Broschüre 90 Jahre Bitterfelder Verein für Luftfahrt 1909-1999 entnommen. Autor der Texte zu den Jahren 1904 bis 1915 ist Uwe Holz.

1911

1911 hatte der Verein 305 Mitglieder. Für kleinere Vereinsversammlungen stand nun ein Klubzimmer im Hotel Europa zur Verfügung, in dem sich auch die Vereinsbibliothek befand. Am 5. März trug der Kaiserliche Aero-Club in Bitterfeld eine Zielfahrt aus, die Oberleutnant Forsbeck vom K.Ae.C. mit dem Ballon K.Ae.C. II (780 m³) für sich entscheiden konnte. Den zweiten Platz belegte der wahrscheinlich erfolgreichste deutsche Ballonführer vor dem 1. Weltkrieg, Otto Korn, vom Sächsischen Verein für Luftfahrt. Am 6. und 7. Mai veranstaltete der Bitterfelder Verein Wettfahrten: Am 6. Mai eine Weitfahrt, am darauffolgenden Tag eine Fuchsjagd. Sieger der Weitfahrt wurde F. Schubert mit dem Ballon Harburg II (1260 m³) und einer Fahrt über 429 km in d Nähe von Pirmasens in der Pfalz. Die Fuchsfahrt gewann Ingenieur Lehnert mit dem Ballon Hilde (680 m³).


Es war auch der 7. Mai 1911, für den im Bitterfelder Tageblatt der erste Aviatiker wie man damals die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten nannte, angekündigte wurde. Man wußte die Zeit, zu der er Bitterfeld bei seinem Flug von Berlin nach Kassel überfliegen sollte: 7 – 9 Uhr. Aber alles Warten war vergeblich. Statt seiner kam ein Telegramm mit dem Text: Infolge Landungsdefekt mußte Überlandflug verschoben werden, danken für die Bemühungen und sportliche Gesinnung. Unterschrift.


In diesem Jahr wurde die M.St.G. aufgelöst. Rechtsnachfolgerin wurde die L.F.G, die bereits in Bitterfeld ansässig war.

1911 kam es zur Mitteldeutschen Vereinigung des Deutschen Luftfahrer Verbandes, dem neben Bitterfeld noch sieben weitere Vereine angehörten. Der Bitterfelder Verein hatte nun noch Ortsgruppen in Eilenburg und Wittenberg. Der Verein nannte sich ab dem 19. Dezember 1911 Bitterfelder Verein für Luftfahrt.

Der Bitterfelder Verein für Luftfahrt veranstaltete am 2.  Juni eine beschränkte Weitfahrt, die E. Guthmann in dem Ballon Hilde (680 m³) mit einer Strecke von 437 km gewann. Er landete in der Nähe von Stolp/Pommern. Am Ende des Jahres wurden 150 Ballonaufstiege gezählt, die knapp 30.000 Fahrtenkilometer erbrachten.